Sich vegan zu ernähren und vegan zu leben ist eine Entscheidung, die immer mehr Menschen für sich treffen. In Deutschland leben rund sieben Millionen Vegetarier, etwa 9 Prozent der Bevölkerung. Die Anzahl der Veganer wird bereits auf 800.000 geschätzt und steigt stetig. Der Anteil der Veganer und Vegetarier hat sich binnen 30 Jahren vervielfacht. 1983 ging die Gesellschaft für Konsumforschung noch von 0,6 Prozent aus.

Was bedeutet vegan?

Wer sich vegan ernährt, nimmt keine Produkte zu sich, die vom Tier stammen. Neben Fleisch und Fisch, die auch in der vegetarischen Ernährung nicht vorkommen, beinhaltet das auch Milch und Eier sowie alle anderen Produkte und Zutaten, die aus oder von Tieren gewonnen werden, so dass auch kein Honig konsumiert wird. Vegan zu leben bedeutet, diese Prinzipien so weit es geht auch auf andere Lebensbereiche wie Kleidung, Kosmetik und Alltagsgegenstände auszuweiten. Statt Leder wird auf Kunstleder oder Mikrofaserprodukte zurückgegriffen, Tierwolle wird gemieden, es werden Kosmetika ohne Tierprodukte und ohne Tierversuche gewählt.

Gründe vegan zu werden

1. Für die Menschenrechte

Weltweit hungern über 1 Milliarde Menschen. Täglich sterben bis zu 43.000 Kinder an Hunger, während ca. 50 % der weltweiten Getreideernte und ca. 90 % der weltweiten Sojaernte an die „Nutztiere“ der Fleisch- und Milchindustrie verfüttert werden.

  • Wenn jeder auf der Erde 25 % seiner Kalorien aus tierischem Ursprung bezieht, könnten insgesamt nur 3,2 Milliarden Menschen ernährt werden. Senkt man diesen Anteil auf 15 %, steigt die Zahl auf 4,2 Milliarden. Würden alle vegan leben, gäbe es mehr als genug Lebensmittel für die gesamte Weltbevölkerung – mehr als 7 Milliarden Menschen. 
  • Wenn man all das kultivierbare Land auf der Erde gleichmäßig aufteilen würde, käme jeder Mensch auf 2.700m². Das ist nicht annähernd genug für die Ernährung eines durchschnittlichen Fleischessers, denn die benötigt 13.000m² – die eines Veganers nur 700m².



2. Für den Tierschutz

  • Intensiv-Tierhaltung 
    Die Tierindustrie strebt danach, eine maximale Menge an Fleisch, aber auch an Milch und Eiern so schnell und billig wie möglich zu produzieren, und das bei minimaler Platzanforderung. Kühe, Kälber, Hühner und andere Tiere werden in kleinen Käfigen oder Ställen gehalten, oft so beengt, dass sie sich nicht einmal umdrehen können. In der Massentierhaltung leben und sterben allein in Deutschland rund 750 Millionen Tiere pro Jahr.
  • Tiertransporte 
    In den seltensten Fällen werden Tiere dort aufgezogen, wo sie geboren, oder dort geschlachtet, wo sie aufgezogen werden. In der modernen Intensivhaltung sind auch lebende Tiere nichts weiter als Ware – und so werden sie gehalten und so werden sie auch transportiert: Zusammengepfercht, übereinandergestapelt auf engstem Raum, fahren Millionen von Tieren mitunter tagelang, auch über die Grenzen der EU hinaus, auf den Ladeflächen von LKW, Schiffen oder anderen Transportmitteln, oft ohne Futter oder Wasser. Im Sommer kollabieren viele Tiere in der Hitze – im Winter kann es passieren, dass Tiere an den Gittern festfrieren, bis sie sich selbst losreißen oder die Fahrer das für sie erledigen. 
  • Küken „sexen“
    Dahinter verbirgt sich die gängige Praxis Küken, die zum Eier legen gezüchtet werden, nach ihrem Geschlecht auszusortieren. In der Zucht für die Eierproduktion sind männliche Küken, ähnlich wie männliche Kälber in der Milchproduktion, ein unerwünschtes „Nebenprodukt“. Die aussortierten männlichen Küken werden abtransportiert und dann vergast oder zerhackt – ebenso alle Küken, die nicht rechtzeitig innerhalb eines gegebenen, von der Wirtschaftlichkeit abhängigen Zeitfensters schlüpfen – weiblich, wie männlich. 45 Millionen Küken sterben so allein in Deutschland jedes Jahr als Nebenprodukt der Eierindustrie.

3. Für den Umwelt- und Klimaschutz

Vegan zu leben ist aktiver Umwelt- und Klimaschutz, denn

  • Fakt ist: Die Nutztierindustrie verursacht mit 18 % mehr Emissionen als der globale Verkehr. Sie trägt einen Anteil von 37% der globalen Methan Emissionen, 9% des Treibhausgases CO2 und 65% von Stickoxid – einem Gas das ein 300-fach größeres Potential zur globalen Erwärmung hat als CO2.
  • Fakt ist: Ungefähr 70% des weltweiten Getreideanbaus geht in die Fütterung der Tiere in der Landwirtschaft.
  • Fakt ist: Jede Minute wird die Fläche von ungefähr sieben Fußballfeldern planiert, um mehr Raum für bewirtschaftete Tiere zu schaffen.
  • Fakt ist: Etwa 70% des Amazonas Regenwaldes sind zu bereits gerodet oder niedergebrannt worden, um Weidefläche für Tiere zu gewinnen.
  • Fakt ist: Ein Drittel aller fossilen Energien werden verwendet um Nutztiere zu züchten.
  • Fakt ist: 70% aller Trinkwasserressourcen gehen in die Landwirtschaft. Eine omnivore Ernährungsweise erfordert ungefähr 15.000 Liter täglich, eine vegetarische 4.500 Liter und eine vegane ca. 1.100 Liter.
  • Fakt ist: In den USA produzieren Nutztiere 130 Mal mehr Exkremente als die menschlichen Einwohner. 
  • Fakt ist: Pestizide, Dünger und andere in der Landwirtschaft und Nutztierindustrie eingesetzte Mittel verschmutzen Grundwasser, Böden und die Luft.

4. Für die Gesundheit

Eine Ernährung ohne Tiere und »Tierprodukte« kann helfen, vielen Volkskrankheiten vorzubeugen und sie sogar zu heilen. Zudem ist sie ein Beitrag, den Problemen des Antibiotikamissbrauchs in der Tierhaltung und der Entstehung von Resistenzen entgegenzuwirken.

  • Die „American Dietic Association“ stellt in ihrem 2009 aktualisierten Papier zusammenfassend fest, dass vegetarische Ernährungsformen (die Vegane eingeschlossen) in Zusammenhang mit einem niedrigeren Risiko für koronare Herzkrankheiten (= zu geringe Durchblutung des Herzens/Herzinfarkt) stehen, Veganer seltener an Bluthochdruck und hohem Cholesterinspiegel leiden und seltener an Diabetes erkranken. Veganer und Vegetarier haben darüber hinaus im Durchschnitt einen niedrigeren Bodymass-Index und geringere Krebsraten. 
  • Die Vorteile einer veganen Ernährung bestehen unter anderem darin, dass Veganer weniger gesättigte Fette und Cholesterin, und dafür mehr Obst, Gemüse, Vollkorn, Nüsse, Sojaprodukte, Ballaststoffe und Sekundäre Pflanzenstoffe zu sich nehmen.

Der vegane Weg

Wir müssen Tieren weder Leid noch den Tod zuzumuten, damit wir etwas zu essen haben. Deshalb können wir die ethische Entscheidung treffen, durch unseren Konsum das Mästen und Schlachten von Tieren nicht mehr zu unterstützen, in dem wir zum Veganismus wechseln. Wenn Sie sich auf diesen Weg begeben möchten, können diese Informationsseiten Ihnen beim Start helfen: www.selbst-wenn.de und www.provegan.info